15. Januar 2018

Achtsamkeit lernen: Bedeutung von Achtsamkeit im Alltag

Achtsamkeit lernen ist in allem Munde. Doch was genau ist nun Achtsamkeit Bedeutung? Achtsamkeit wird als Übersetzung vom englischen Begriff mindfulness verwendet. Achtsamkeit lernen bedeutet in diesem Zusammenhang die Fähigkeit, Emotionen, Gedanken und Körperlichkeit im Augenblick wahrzunehmen.

Dabei steht im Vordergrund, diese Wahrnehmung als beobachtend und nicht wertend zu vollziehen. Mit dem Ziel aus einer inneren Haltung des Gleichmuts und inneren Weite heraus bewusst zu handeln.

Beispiele der Achtsamkeitspraxis

Folgend soll versucht werden, den Ablauf von Achtsamkeit in der Praxis darzustellen. Selbstverständlich sind die Übergänge fliessend. Und dennoch erscheint es sinnvoll, sich den einzelnen Aspekten der Achtsamkeit Aufmerksamkeit zu schenken.

Achtsamkeit Bedeutung

In unserem Alltag begegnen wir oft stressigen und belastenden Situationen. Sei dies im Büro oder im Privatleben. Sorgen um den Arbeitsplatz, Streit mit Kollegen, ein Pflegefall in der Familie oder eine Beziehungskrise. Ganz gleich, was die Ursachen sind, diese sind oft sehr belastend und kosten uns viel Kraft.

Achtsamkeit bedeutet also, in einem ersten Schritt die Erregung die durch diese Stressigen Situationen entsteht zu reduzieren. Denn in Stresssituationen sind wir kaum in der Lage, einen klaren Gedanken zu fassen, sondern lassen uns oft von unseren unbewussten Prägungen und gemachten Erfahrungen oder gar Gefühlen leiten.

Es ist also notwendig, die Erregung durch Stress zu reduzieren, um aus dem Modus der automatischen Reaktion auszubrechen. Entspannung lässt sich fördern durch spezielle Entspannungstechniken wie Progressive Muskelentspannung, körperliche Betätigung, Tanzen, sich kräftig schütteln oder durch den gezielten Einsatz von Körper- und Atemübungen aus dem Yoga.

Im nächsten Schritt der Achtsamkeit Bedeutung geht es darum, einen Schritt zurückzutreten. Um so möglichst unvoreingenommen die momentane Situation zu betrachten.

Dies ist zu Beginn schwierig, da wir oft in Emotionen und tiefsitzenden Glaubensmustern gefangen sind („sei perfekt“, „mach keine Fehler“ usw.). Je besser es uns gelingt, unvoreingenommen die Situation neutral zu bewerten, desto mehr verstehen wir uns und unsere Umwelt.

Zu akzeptieren, was man empfindet und fühlt, bedeutet, den Wunsch nach einer Veränderung der Situation loszulassen. Achtsamkeit fördert eine Haltung, die Situation anzunehmen wie sie ist. Dies ist wahrlich herausfordernd und darf nicht mit einer passiven Haltung verwechselt werden, in der alles egal ist.

Akzeptanz ist vielmehr eine bewusste Entscheidung, unangenehme Situationen nicht wegzuschieben. Oder gar eine voreilige Lösung zu finden. Sondern die erlebte Situation eben so anzunehmen wie sie ist. Ohne sie zu bewerten. Gelingt dies, bleiben wir entspannter, kreativer, klarer und gelassener. Und können so konstruktive Lösungen erarbeiten und von der Situation lernen.

Achtsamkeit lernen heisst, nachdem eine Situation erkannt und gleichmütig akzeptiert wurde, zu erforschen, wie sich diese in Körper und Geist ausdrückt. Fragen für die Achtsamkeit können dabei sein:

  • Mit welchen Körperempfindungen ist dieser Prozess verbunden, wenn ich mir meiner inneren und äusseren Situation bewusstwerden?
  • Fühle ich mich jetzt in meinem Körper wohl, unwohl oder neutral?
  • Kann ich in einzelnen Körperregionen verschiedene Spannungen wahrnehmen?
  • Welche Gedanken und Vorstellungen kann ich wahrnehmen? Gibt es wiederkehrende Muster?
  • Welche Gefühle treten jetzt auf: Angst, Wut, Trauer, Aggression? Gab es dieses Gefühl schon einmal in einer ähnlichen Situation?

Je stressiger die Situation und je weniger Achtsam wir sind, desto intensiver können unsere Emotionen auftreten. Ja manchmal uns sogar überwältigen. Emotionen können selbst so stark sein, dass Atemübungen oder Konzentrationsübungen nicht mehr weiterhelfen.

Achtsamkeit lernen heisst also, sich nicht in seinen Emotionen zu verlieren. Und zu erkennen, dass auch die stärksten Emotionen nach einer gewissen Zeit ihr Ende finden. Achtsamkeit lernen ist ein Prozess der Zeit benötigt. Jedes Mal, wenn Emotionen und die zugrunde liegende Ursache erkannt werden, können wir uns Stück für Stück von diesen distanzieren.

Die Achtsamkeitsmeditation lehrt uns klar zu erkennen, wo wir gerade stehen, was wir tun und was wir fühlen. Indem wir Achtsamkeit lernen, entsteht Raum um unsere festgefahrenen Ansichten und Gewohnheiten zu verändern. Alte Glaubenssätze und Muster lösen sich nach und nach auf, wir kommen immer mehr zu unserer Essenz, unserem inneren Kern.

Dort herrscht keine Bewertung nach „Gut“ oder „Schlecht“, sondern alles ist gleich gültig. Wir identifizieren uns nicht mit dem Gedanken oder Gefühl, sondern lernen, neutral zu beobachten und Situationen mit Abstand und Distanz einzuschätzen ohne uns darin zu verstricken. Durch Achtsamkeit entwickelt sich eine wichtige Tugend, deren Bedeutung im Buddhismus und Yoga besonderer Bedeutung zugemessen wird: Gleichmut.

Achtsamkeit entwickelt sich mit der Zeit. Vergleichbar wie mit jeder Übung, wird sie immer mehr in unser Leben treten. Es ist vergleichbar wie mit körperlicher Betätigung: Achtsamkeit ist wie ein Muskel: Durch den regelmässigen Gebrauch wird der „Achtsamkeits-Muskel“ kräftiger, geschmeidiger und beweglicher.

Praxistipps für Achtsamkeit lernen im Alltag

Diese Schritte der Achtsamkeit helfen Ihnen, sich mit den einzelnen Aspekten der Achtsamkeit Bedeutung intensiv auseinander zu setzen. Dabei steht zuerst im Vordergrund zu Entspannen.

Als Einstieg in die Techniken der Entspannung bietet sich die Progressive Muskelentspannung (PMR) nach Edmund Jacobsen an. Die Wirkung dieser Methode ist wissenschaftlich belegt. Das Grundprinzip ist einfach: Es geht bei der Progressiven Muskelentspannung um den Wechsel von Anspannung und Entspannung gezielt angesteuerter Muskelgruppen.

Die Spannung wird nur wenige Sekunden gehalten und dann wieder gelöst. Die Aufmerksamkeit richtet sich dabei auf Entspannung der jeweiligen Muskeln. Dabei hilft eine vertiefte Ausatmung. Üben Sie dies regelmässig und führen sie die Progressive Muskelentspannung dabei schrittweise im ganzen Körper durch.

Weitere sehr effektive Möglichkeit zur Entspannung zu gelangen sind Körper- und Atemtechniken aus dem Yoga. Betonen Sie bei der Ausführung dabei Ihre Ausatmung. Vorbeugen helfen dabei, den Organismus zur Ruhe zu bringen und den Parasympathikus, also den Teil des zentralen Nervensystems, welcher für Entspannung verantwortlich ist, zu aktivieren.

Auch habe ich sehr gute Erfahrungen mit einfachen Atemübungen wie die Wechselatmung oder tiefer Bauchatmung gemacht. Der Organismus entspannt bereits nach wenigen Minuten! Achtsamkeit lernen ist gar nicht so schwer!

Um die Bedeutung von Achtsamkeit tief zu ergründen lohnt es sich Meditation zu lernen. Geführte Meditationen auf einer CD können ein einfacher Einstieg sein.

Buchempfehlungen Achtsamkeit Bedeutung und Achtsamkeit lernen

Es gibt viele Bücher zur Achtsamkeit. Letztendlich berufen sie sich alle auf den Jahrtausendealten Erkenntnissen des Yoga und Buddhismus. Eine Liste mit Empfehlungen zur Philosophie des Yoga und Buddhismus mit den Gedanken der Achtsamkeit finden Sie hier. Darüber hinaus sind folgende Bücher in leicht verständlicher und moderner Sprache hilfreich, einen tieferes Verständnis von Achtsamkeit zu erlangen:

Achtsamkeitsübungen. Experimente mit einem anderen Lebensgefühl von M. Hubbertz. Paderborn: Junfermann, 2011

Gesund durch Meditation. Das grosse Buch der Selbstheilung von J. Kabat-Zinn. Frankfurt am Main: Fischer, 2010

Gelassen und sicher im Stress. Das Stress-Kompetenz-Buch: Stress erkennen, verstehen, bewältigen von G. Kaluza. Berlin: Springer, 2015

Training emotionaler Kompetenzen von M. Berking. Heidelberg: Springer, 2010

Das weise Herz von J. Kornfield. München: Ankara, 2008

Versöhnung mit dem inneren Kind. Von der heilenden Kraft der Achtsamkeit von N. H. Thich. München: O. W. Barth, 2011

Weitere Buchempfehlungen zur Philosophischen Grundlage von Achtsamkeit und Übungena aus dem Yoga und Meditation.

Achtsamkeit lernen mit Stefan Geisse

Eine Auszeit im Kloster ist eine Möglichkeit von gewohnten Verhaltensmustern im Alltag abstand zu gewinnen und sich zu reflektieren. Dabei helfen Yogaübungen, Atemübungen und auch Meditation.

Auch gibt es Achtsamkeitstraining im Kloster: Welche Stressverursachenden Glaubenssätze trage ich in mir? Wie ist mein Konfliktverhalten? Wie reagiere ich in stressigen Situationen? An einem Yoga Wochenende im Kloster kommt man so der Achtsamkeit Bedeutung immer näher.