6. Dezember 2017

Schlafstörung

Schlafstörungen sind ein Phänomen, von dem viele Menschen betroffen sind: Eine Studie des Robert-Koch-Instituts an mehr als 8.000 Deutschen aus dem Jahr 2013 belegt dies. Elf Prozent der Befragten schlafen dreimal pro Woche oder häufiger schlecht ein, wobei es mehr Frauen trifft (13,6%) als Männer (8,6%). Ein Viertel der Teilnehmer berichten, mindestens dreimal in der Woche nicht durchschlafen zu können. Und rund zwölf Prozent schlafen weniger als fünf Stunden. Bei sechs Prozent sind die Schlafprobleme so massiv du andauernd, dass Mediziner vom „Insomie-Syndrom“ sprechen – einer Krankheit, die behandelt werden muss.

Warum Schlaf so wichtig ist

Schlaf, darüber sind sich viele Forscher einig, ist lebensnotwendig. Schlafen wir gut, können wir optimal lernen und uns erinnern. Vor allem in der Tiefschlafphase werden Erinnerungen und Gelerntes erneut aufgerufen, aus dem Kurz- in das Langzeitgedächtnis übertragen, dort gefestigt und zum Teil auch bearbeitet.

Verarbeitung im Tiefschlaf

Im Tiefschlaf werden insbesondere Erinnerungen an Fakten und Ereignisse gefestigt. In den REM-Phasen, den Rapid Eye Movement, werden vor allem emotional gefärbte Gedächtnisinhalte sowie neu gelerntes Verhalten wie beispielsweise Bewegungsabläufe verarbeitet.

Schlaf ist kein passiver Zustand ohne Bewusstsein, in dem der Körper ruht. Sondern ein komplexer Vorgang aus unterschiedlichen Phasen, die sich zu Zyklen kombinieren.

Kurz nach dem Einschlafen sinkt der Mensch über Zwischenstufen in den Tiefschlaf. Das Bewusstsein ist jetzt komplettausgeschaltet, das Gehirn erzeugt langsame elektrische Schwingungen: Die Deltawellen. Der Schläfer bewegt sich kaum und ist schwer zu wecken.

Schlafphasen. Quelle GEOkompakt Nr. 40

Später gelangt der Schläfer in die sogenannte REM-Phase: Rapid Eye Movement. Die Augen bewegen sich nun schnell hin und her. Nach dieser Phase lebhafter Träume geht es erneut in den Tiefschlaf.

Zwischen den Tiefschlaf- und REM-Phasen treten jeweils längere Leichtschlafphasen auf. Insgesamt durchlaufen wir meist vier bis fünf solcher Zyklen wobei der Tiefschlafanteil zum Morgen hin geringer wird, während die Träume zunehmen.

Lösen von Altem im Schlaf

Es geht noch weiter: Einige Forscher meinen, dass der Schlaf auch dazu dient, nicht mehr benötigte Gedächtnisverknüpfungen im Gehirn zu lösen um so Platz für Neues zu schaffen. Ein tiefer, erholsamer Schlaf dient also dazu, nicht nur seinen Körper zu erholen, sondern auch geistig frisch zu sein.

Abbau von Stress während dem Schlaf

Doch nicht nur das Gedächtnis wird während des Schlafs optimiert. Auch die Konzentration des Stresshormons Kortisol sinkt. Wie die Temperatur des Körpers und weitere Funktionen, welche heruntergefahren werden. Gleichzeitig startet der Organismus ein Reparaturprogramm.

So werden im Tiefschlaf Wachstumshormone ausgeschüttet. Diese lassen neue Zellen entstehen, stellen energieliefernde Substanzen bereit und helfen, schädliche Stoffe zu beseitigen.

Auch die Arbeit des Immunsystems wird im Schlaf aktiviert. Schlafen wir gut, wird unser Körper besser mit Krankheitserregern fertig, Wunden heilen schneller.

  • Etwa ein Drittel aller Deutscher haben Problem beim Einschlafen oder wachen nachts oft auf
  • Gedächtnis und Lernfähigkeit werden durch schlechten Schlaf beeinträchtigt
  • Mangel an Schlaf ist laut einer schwedischen Studie ein Risiko für Burnout
  • Stress bei der Arbeit führt häufig zu Schlafstörungen

Schlafstörung beeinträchtigt das Gehirn

Im Umkehrschluss wird wichtig, wie wichtig guter Schlaf ist: Bei Schlafstörungen – und es reicht schon eine schlaflose Nacht – kann das Gehirn beeinträchtigen. In Tests wurde herausgefunden, dass Probanden, die nachts wach bleiben mussten, gewisse Werte im Blut um 20% erhöht waren gegenüber Menschen, die gut geschlafen haben. Die gemessenen Substanzen kommen normalerweise um Inneren von Hirnzellen vor, ihr vermehrtes Auftreten im Blut weist auf eine Schädigung hin.

Depression bei Frauen

Auch wurde herausgefunden, dass mit weniger als sechs Stunden Schlaf pro Nacht die Aktivität von mehr als 700 Genen verändert ist. Darunter solche, die Entzündungen, das Immunsystem und Stressreaktionen steuern.

Wie Dauerstress das Gehirn verändert

Schlafsstörung führt zu Erkrankungen

Viele weitere Studien belegen, wie schädlich Schlafstörungen auf Dauer sind. Schlechter und ungenügender Schlaf fördert Fettleibigkeit, Herz-Kreislauf-Probleme, Diabetes und andere chronische Erkrankungen.

Burnout führt zu Schlafstörungen

Aber auch Menschen, die am Burnout-Syndrom leiden haben Durchschlafstörungen und leiden an einem nicht erholsamen Schlaf. Sie haben weniger Tiefschlafphasen und mehr oberflächliche Schlafstadien. Sie wachen in der Nacht häufig auf, ihr Schlaf ist zerstückelt und sie fühlen sich am Tag oft schläfrig. Schlafstörungen verschlimmern so die ohnehin schon angespannte stressige Lebensweise enorm.

Teufelskreis Schlafmangel

Menschen, die aufgrund von Stress, nächtelangem Grübeln oder den Belastungen eines Burnouts schlecht schlafen, geraten schnell in einen Teufelskreis:

Depressive Verstimmung

Durch die negativen Folgen des Schlafmangels und häufig wiederkehrender Schlafstörungen kommen sie zerschlagen und übermüdet zur Arbeit und sind noch weniger leistungsfähig. Das wiederum erhöht das Gefühl, den Anforderungen nicht mehr gewachsen zu sein. Was wiederum zu mehr Schlafstörungen führt. Eine unheilvolle Wechselwirkung zwischen Stress und Schlafmangel die letztendlich im Burnout münden kann.

Schlafstörung führt zu Erschöpfung

Wer lange Zeit unter permanenten, kräftezehrenden Stress leidet und nicht mehr in der Lage ist, die verlorene Energie durch einen erholsamen Schlaf auszugleichen, gerät am Ende in einen Zustand kompletter Erschöpfung.

Lösungen bei Schlafstörungen sind u.a. Yoga, Meditation und Reflexion. Eine Stress-Auszeit kann helfen, diese Techniken zu erlernen und mehr über hinderliche Gedanken und Glaubenssätze zu lernen. Das könnte Sie auch noch interessieren: Yoga und Stress oder Ayurveda bei Stress und Burnout. Lesen Sie zudem die 10 Tipps bei Schlafstörungen.