5 Tipps um sich besser abzugrenzen

Unser Alltag stresst uns. Viele Termine, viele Aufgaben, viele Verpflichtungen. Um manches kommen wir nicht herum, doch vielfach setzen wir uns untätig unter Stress.

Viele setzen in ihrer Freizeit das fort, über was sie am Arbeitsplatz klagen. Anstelle eines schönen Wochenendes mit ausschlafen und nichts tun zu verbringen, ist auch dieses verplant: Einkaufen, Freunde treffen, Besorgungen machen, Familienbesuche. Sie sind nicht mehr Herr über ihre eigene Zeit. Wie gut würde es da tun, auch mal Nein sagen zu können!

Ja sagen ist angenehmer – zumindest im ersten Moment

Doch Nein zu sagen ist gar nicht so einfach. Denn mit einem schnellen Ja sind die Erwartungen des Gegenübers erfüllt, eine positive Rückmeldung ist uns sicher – und oft damit verbunden auch die Sehnsucht nach Anerkennung und Bestätigung. Denn dies verschafft uns ein gutes Gefühl gemocht, geschätzt und gebraucht zu werden.

Ein Nein auszusprechen ist gar nicht so einfach

Bei einem Nein werden negative Konsequenzen befürchtet: Ich könnte etwas verpassen oder Sympathien verspielen. Und schon springt das Gedanken-Karussell an: In Zukunft könnte man mich dann ebenfalls ablehnen, wenn ich mal Unterstützung benötige. Für viele ist zudem der Gedanke schwer auszuhalten, dass andere gekränkt oder enttäuscht werden. Oder im schlimmsten Fall gar den Bekannten- und Freundeskreis zu verlieren und irgendwann isoliert dazustehen.

Ängste der Ablehnung sind oft unbegründet

Die Erfahrung zeigt, dass Menschen, denen wirklich etwas an anderen liegt, für ein Nein Verständnis zeigen. Mit Unverständnis reagieren meist diejenigen, die nur an das eigene Wohl und an den eigenen Vorteil denken. Ihnen ist es nicht so wichtig, wie es dem Gegenüber geht.

Wichtig: Die Form wahren

Wir pflegen soziale Kontakte oft deswegen, weil es „dazugehört“ und erwartet wird. Nicht „aufmucken“, sich anpassen. Alte Normen gelten heute oft noch: Wenn Freunde oder Familienmitglieder mit Anliegen oder Wünschen kommen, ist ein Ja doch selbstverständlich.

Dies ist auch vollkommen in Ordnung – solange dieses Ja aus voller Überzeugung ausgesprochen wird. Und nicht aus Anpassungsdruck, aus Bequemlichkeit, Harmoniesucht oder zur Pflichterfüllung. Spätestens dann sollten eigene Vorstellungen und Glaubenssätze überprüft werden.

Eine Absage hat nichts mit Egoismus zu tun

Ein Nein ist ein Ausdruck der eigenen Bedürfnisse und ein Schritt wieder mehr in die innere Freiheit zu kommen. Lassen Sie sich kein schlechtes Gewissen einreden

5 Tipps um sich besser abzugrenzen

1. Bilanz ziehen

Welche Aktivitäten und Kontakte tun mir gut? Was raubt mir Energie? Wie steht es mit meiner Balance zwischen Geben und Nehmen? Bin ich immer zu allem bereit, aber von der anderen Seite kommt wenig oder sogar nichts? Setzen Sie Prioritäten und planen Sie Ihre Termine besser.

2. Sich Zeit verschaffen

Anliegen und Bitten werden oft überraschen geäussert – manchmal gar im Vorbeigehen, „nebenher“. Überrumpelt wird oft zugesagt – um es dann kurz darauf zu bereuen. Verschaffen Sie sich Luft, um eine Entscheidung zu treffen, bitten Sie um Bedenkzeit: „Lass mich darüber nachdenken, ich gebe Dir morgen Bescheid.“

3. Einfühlsam bleiben

Ein Nein sollte eine emotionale und eine rationale Komponente haben. Bestätigen Sie dass Sie sich über die Frage/Einladung/Bitte usw. freuen, erläutern sie gleichzeitig auch ihre Situation: „Vielen Dank für Deine Einladung, das freut mich sehr. Ich habe eine stressige Arbeitswoche hinter mir und brauche etwas Zeit für mich.“ Schlagen Sie ggf. einen Alternativtermin vor, wenn es für Sie stimmig ist. So kann das Gegenüber Ihre Absage leichter akzeptieren. Und halten Sie gegebenenfalls es aus, wenn der andere sich brüskiert fühlt.

4. Notlügen vermeiden

Sie müssen nicht zwingend erklären, warum Sie etwas nicht machen können oder wollen. Das lässt sich von Fall zu Fall entscheiden. Auch ein Nein ohne Begründung ist legitim („Nein ist ein vollständiger Satz“). Vielleicht klingt es für das Gegenüber im ersten Moment harsch – es ist jedoch viel besser als Notlügen, Ausreden oder Rechtfertigungen.

5. Kompromisse finden

Bemühen Sie sich auch im Kompromisse. Was ist beiden Parteien wichtig? Worauf lasse ich mich zuliebe des anderen ein, was ist mir persönlich wichtig? Worauf können beide verzichten?

Das könnte Sie auch interessieren: Achtsamkeit, Mindfulness, Stress abbauen, Burnout