Digital Detox – Tipps für ein stressfreieres Leben mit dem Smartphone

Es scheint, unser Smartphone hat uns im Griff und bestimmt unser Leben nachhaltig. Zeit, sich darüber Gedanken zu machen, wie wir leben wollen. Handeln wir eigenmächtig oder sind wir süchtig nach unserem Handy? Digital Detox kann helfen, wieder sich auf das zu besinnen, was wichtig in unserem Leben ist.

Wir schauen fast non-stop auf unser Smartphone

Untersuchungen zufolge schalten wir rund 88-mal am Tag den Bildschirm unseres Mobiltelefons ein. 53-mal entsperren wir es, 35-mal schauen wir bloss auf die Uhr. Diese Durchschnittswerte stammen von Forschern der Universität Bonn.

Wie oft hatten Sie das Handy in der vergangenen Stunde in der Hand? Wie lange dauert es, bis Sie Nachrichten beantworten? Wie fühlen Sie sich, wenn Sie das Handy zuhause vergessen haben? Wie lange sind Sie morgens wach, bevor Sie Ihr Telefon einschalten? Wann haben Sie das letzte Mal einen ganzen Tag ohne Handy verbracht?

Jugendliche schätzen ihre online verbachte Zeit auf zweieinhalb bis drei Stunden pro Tag, so die Schweizer James-Studie zur Mediennutzung. Es kann davon ausgegangen werden, dass diese Zeiten eher am unteren Ende der Skala sich bewegen.

Auf der Jagd nach Effektivität und Produktivität

Es ist nicht verwunderlich, dass wir das Smartphone so oft benutzen. Es ist immer effizienter geworden, es ersetzt mittlerweile viele andere Geräte. Wir benötigen keinen MP3-Player mehr, kaufen unser Zugbillet nicht mehr am Automaten, brauchen keinen Fernseher mehr um unsere Lieblingsserie zu sehen. Und der Computer verkümmert ebenfalls immer mehr, online gehen wir längts mit dem Smartphone.

Was früher ohne weiteres konsumiert wurde, erzeugt heute immer mehr Fragezeichen bei den Benutzern. Wie sieht es mit der Strahlenbelastung aus? Bin ich süchtig ähnlich wie ein Raucher der automatisch zur nächsten Zigarette greift ohne darüber nachzudenken Vereinsame ich Sozial?

Trend Digital Detox

Immer mehr Menschen sprechen daher über Digital Detox: Ein Trend, der eine sprichwörtliche Entgiftung von allem Digitalen im Fokus hat. Das Ziel: Weniger Zeit mit elektronischen Geräten verbringen, mehr Zeit für sich und seine Freunde haben. Immer mehr Anbieter werben mit Digitalen-Detox-Seminaren oder gar Ferien. (LINKZIEL) Auch der Schweizer Tourismus spürt ein wachsendes Interesse an Ferien ohne Internet. Doch das sind sicherlich noch Nischenangebote für Besserverdienende. Nur wenige Menschen werden Geld dafür zahlen können, ein Wochenende ohne Handy zu verbringen, was sie zuhause nicht schaffen.

Dabei muss man bestimmt nicht komplett auf sein Smartphone verzichten um Digital Detox zu betreiben. Folgende Tipps können helfen, einen Anfang zu machen um sich weniger Abhängig vom Mobiltelefon zu machen:

Tipps für Digital Detox

1. Sich Ziele setzen

Zu Beginn Ihrer Digital Detox Diät machen Sie sich klar, wieviel Zeit Sie zukünftig mit Ihrem Handy verbringen möchten. Ist es eine halbe Stunde oder eine ganze? Folgende Ziele können helfen, ihren Konsum zu reduzieren:
– Morgens erst nach dem Frühstück aufs Handy schauen.
– Nur zu jeder vollen Stunde das Handy einschalten.
– Das Smartphone nicht auf die Toilette oder ins Bad nehmen.
– Die Mittagspause ganz ohne Smartphone durchstehen
– Das Handy während der Arbeit nicht benutzen.

Wenn Sie dies mehr oder weniger konsequent umsetzen können, gehen Sie zum nächsten Schritt über:

2. Zeitfresser auf Diät setzen

Verschaffen Sie sich einen Überblick, welche Apps besonders viel Zeit von Ihnen in Anspruch nehmen und hungern Sie diese konsequent aus. Dazu können folgende Apps helfen (auch wenn es ironisch klingen mag, aber schliesslich hören wir ja auch nicht auf zu essen, wenn wir abnehmen wollen): Quality Time (Android), Moment“ (iOS/Android), „Offtime“ (iOS/Android) oder „App-Detox“ (Android).

Eine charmante Detox-Idee hat das App „Forest“ (erhältlich für iOS und Android): Wenn der Nutzer eine halbe Stunde am Stück offline ist, wächst ein Baum im virtuellen Wald. Wer sich nicht an das Limit hält, tötet die Pflanze. Mehr den Wettkampfcharakter fördert die App „Digital Detox-Challenge“: Man fordert sich und andere damit heraus, wer es am längsten schafft, offline zu bleiben.

Wer es mehr sachlicher und rationaler möchte stellt bei dem iPhone unter „Einstellungen -> Bildschirmzeit“ ein, welche Apps während einer gewissen Zeit blockiert werden sollen, oder definiert eine Gesamtzeitspanne für den Tag. Ein Warnhinweis erscheint, wenn diese aufgebraucht ist. Jedoch lässt diese sich leicht ignorieren.

3. Bewusst offline bleiben

Als dritten Schritt sollten Sie an Ihrem Verhalten arbeiten und folgende Punkte für Ihr Digital Detox und Auszeit vom Handy berücksichtigen.

Offline-Bereiche schaffen. Bestimmte Räume erlauben keinen Zugang für das Smartphone. So zum Beispiel das Schlafzimmer. Das blaue Licht Ihres Handys lässt Sie eh schlechter einschlafen. Ein konventioneller Wecker kann wieder angeschafft werden. Stellen Sie diesen 10 Minuten später, statt gleich nach dem Aufwachen auf das Smartphone zu starren. Auch beim Essen brauchen Sie kein Smartphone.

Push-Nachrichten deaktivieren. Es ist vollkommen in Ordnung nur ein- bis zweimal am Tag Nachrichten zu lesen. Sie sind trotzdem ausreichend informiert und verpassen nichts.

Nachrichten nicht sofort beantworten. WhatsApp-Nachrichten oder private Emails können warten. Überlegen Sie sich auch bei beruflichen Nachrichten, ob sie sofort antworten müssen. In den seltensten Fällen geht es um wirklich dringende Angelegenheiten. Üben Sie sich in Effizienz und Produktivität: Warten Sie besser ab und sammeln Sie ein paar Nachrichten und beantworten diese auf einen Schlag, zum Beispiel drei Mal täglich. Dies ist wesentlich effizienter als mehrmals immer nur eine Nachricht zu beantworten.

Verstecke Sie Ihr Smartphone. Aus den Augen, aus dem Sinn: Platzieren Sie Ihr Smart-Phone während der Arbeit an einer Stelle, an der Sie es nicht sofort sehen. Sei es eine Schublade oder ausserhalb ihres Sichtfeldes. Dies funktioniert auch bestens zu Hause, wenn Sie Ruhe und Entspannung suchen und sich nicht von Ihrem Mobiltelefon abhängig machen wollen.

Das Smartphone auch mal ausschalten. So einfach und so effizient. Sie kommen weniger in die Versuchung, ständig darauf zu schauen.

Alternativen suchen. Benutzen Sie Ihre alte Armbanduhr, anstatt alle paar Minuten auf Ihr Handy zu starren um die Zeit zu sehen. Lesen Sie beim Pendeln ein Buch oder eine Zeitschrift, die Sie anspricht. Und wie schön ist es doch, einfach mal joggen zu gehen und nicht alles zu tracken und seinen Freunden die Leistung mitzuteilen?

Eine Stress-Auszeit kann Ihnen helfen, dies zu üben. So zum Beispiel ein Auszeit-Wochenende im Kloster, in dem Sie bewusst auf das Handy verzichten und sich stattdessen mit sich selbst beschäftigen? Lernen Sie den Achtsamen Umgang mit ihrem Mobiltelefon, machen Sie sich Ihren Verhaltensmustern bewusst und legen Sie Weichen für einen gesunden Umgang mit dem Smartphone. Dazu können Sie Meditation lernen und auch in einem persönlichen Coaching-Gespräch Ihre Verhaltensweisen, Muster als auch Prägungen erkennen.

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