Tagesrhythmus und innere Organuhr

In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) gibt die Organuhr den Tagesrhythmus vor: Sport über Mittag geht gar nicht!

Wer permanent müde ist, erschöpft, matt, sich am Limit fühlt, dem muss zwangsläufig der Verdacht kommen, falsch zu leben. Dabei kann der Blick auf die Organuhr helfen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit befindet sich diese Person seit Längerem in einem aufreibendem Kampf gegen die eigenen Energieströme und setzt ihre Organe just zu dieser Zeit zusätzlichem Stress aus, in der sie mit der Energieproduktion beschäftigt ist.

Stress wenn die innere Uhr und der Rhythmus gestört ist

Der Mensch ist Teil der Natur

Weit mehr als in unserer westlichen Medizin sieht TCM den Menschen als Teil der Natur, so wie auch zum Beispiel der Ayurveda. So wie die Erde, die Himmelsrichtungen, das Licht – der Mensch ist damit verbunden und beeinflusst. Alles ist miteinander verknüpft und wirkt aufeinander ein. Ändern sich die Jahreszeiten, die Temperaturen, das Wetter, hat dies einen Einfluss auf unseren Organismus. Der Tag macht aktiv, die Nacht müde.

Fakten zur inneren Uhr

  • LICHT: Nach der Umstellung auf die Sommerzeit suchen mehr Menschen wegen kleinerer medizinischer Probleme die Notfallstation auf. Studien zeigen auch, dass Patienten im Krankenhaus besser schlafen, wenn sie näher am Fenster liegen – weil sie dem Tageslicht stärker ausgesetzt sind
  • IMPFUNG: Impfungen schützen unterschiedlich stark, je nachdem, wann sie verabreicht wurden. Wenn jemadn in der Nacht nach der Impfung nicht schläft, ist die Immunisierung nur halb so stark
  • MEDIKAMENTE: Bei vielen Medikamenten sind Wirksamkeit und Nebenwirkungen abhängig von der Tageszeit, zu der man sie einnimmmt. Zeit ist ebenso bei der Behandlung von Bluthochdruck, Asthma, Arthritis oder Krebs von Bedeutung
  • SCHICHTARBEIT: Nächtliche Schichtarbeit bringt die innere Uhr durcheinander. Die internationale Agentur für Krebsforschung stuft sie wahrscheinlich krebserregend ein. Zudem erhöht langjährige Schichtarbeit ds Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten und Diabetes
  • JETLAG: Nach dem Druchqueren mehrerer Zeitzonen entspricht die innere Uhr nicht mehr der äusseren und muss sich anpassen. Das passiert über das Tageslicht, das ins Auge fällt. Es lohnt sich also, nach draussen zu gehen
  • ESSEN: Wenn wir unregelmässig oder mitten in der Nacht essen, kann das die innere Uhr im Körper verstellen, wir sind nicht mehr im Einklang mit der „Hauptuhr“ im Gehirn
  • WUNDHEILUNG: Eine Wunde verheilt schneller, wenn man sich tagsüber verletzt. Bei Verletzungen in der Nacht dauert der Heilungsprozess länger

Quellen: U.a. Molekulares Krebsforschungszentrum Charité Berlin, Universitätsklinikum Tübingen, Molekularbiologie der Universität Genf

Blut und Qi als Essenz des Lebens

Laut der Chinesische Medizin hängt unsere Lebensenergie vor allem von zwei Quellen ab: dem Blut und dem Qi („Energie, Atem, Fluidum“). Hier gleichen sich die asiatischen Philosophien: Im Yoga spricht man von Prana, im Ayurveda von Ojas: Energie die uns am Leben hält und die es gilt zu schonen und aufzubauen.

Alle zwei Stunden ein anderes Organ

In der TCM zirkulieren diese energetisiert permanent im ganzen Körper. Wechseln aber alle zwei Stunden von einem Organ zum anderen um sich diesem im besonderen Mass zu widmen. Für die Chinesischen Weisen war klar, was später durch Abertausende klinische Tests bestätigt wurde: In diesem zwei Stunden arbeiten diese Organe derart unter Hochdruck an der Energieaufnahme, dass sich eine zusätzliche intensive Belastung auf Dauer rächt.

Die Organuhr zeigt welches Organ im Fokus steht

Aufgrund dieser Erkenntnis entstand die Organuhr. An ihr kann abgeleitet werden, welche Aktivitäten zu welcher Zeit gut für den Körper sind oder eben problematisch. Wobei wichtig zu verstehen ist, dass die Organuhr nicht die Heilung des Körpers regle, sondern die Prävention. Vergleichbar mit der in der westlichen Wissenschaft so populär gewordenen biologischen Uhr. Anders gesagt: Wenn wir die Organuhr kennen, wissen wir, wie wir leben sollten.

Die innere Uhr nach TCM, Organuhr
Die Organuhr nach TCM: Quelle: Sonderbeilage Health Ageing Forum Schweiz

Beispiele für die Organuhr

Langschläfer mit Verdauungsproblemen sollten ihre Gewohnheiten ändern und vor 7 Uhr aufstehen, ein Glas Wasser trinken – und geniessen, wie selbstverständlich der Dickdarm arbeitet. Beim (leichten!) Nachtessen, sollten schwere Diskussionen vermieden werden, sonst findet man schlecht in den Schlaf.

Pures Gift für den Körper ist Sport über Mittag. Denn von 11 bis 13 Uhr bearbeitet Blut und Qi das Herz, darum benötigt dies zu dieser Zeit Ruhe. Ideal ist ein bedächtiger Lunch, am besten mit anschliessendem kurzen Mittagsschlaf.

Das Herz steuert sämtliche mentale Aktivitäten, wie Inspiration und Konzentration. Wer regelmässig über Mittag joggen geht, nimmt in Kauf, dass er fahrig wird und sein Gedächtnis leidet.

Schlafstörung bei Stress

Entwarnung wiederum gibt es für jene, die nachts aufschrecken und denken, mit ihrer Lunge sei etwas nicht in Ordnung, nur weil sie wieder um vier Uhr wach liegen. Denn dieses Erwachen zu ähnlichen Zeiten kann auch eine antrainierte Gewohnheit sein. Erst bei weiteren Symptomen wie chronischen Husten oder Allergien, die man bei Schlafstörungen zwischen 3 und 5 Uhr besonders spürt, sollte man hellhörig werden und einen Arzt aufsuchen. Gut sind schlaflose nächtliche Phasen jedoch nie.

Wie extreme Emotionen Einfluss auf unsere Gesundheit haben

Die Organe steuern unsere Gesundheit. Es gilt, sie zu schonen und Harmonie anzustreben. Denn extreme Emotionen haben negative Auswirkungen

Übermässige Freude schlägt aufs Herz. Dieses ist verantwortlich für Blut und Blutgefässe und alle menschlichen Aktivitäten. Durch einen Meridian ist es mit der Zunge verbunden: An Ihr lässt sich der Zustand des Herzens ablesen.

Ärger greift die Leber an. Diese säubert das Blut, ist verantwortlich für Sehnen und durch einen Meridian mit den Augen verbunden.

Grübeln schadet der Milz. Sie transformiert Nahrungsmittel, filtert das Blut und ist verantwortlich für die Muskeln. Die Lippen verraten, wie es um sie steht.

Traurigkeit ist schlecht für die Lunge. Sie kontrolliert die Atmung und ist verantwortlich für sie Haut und das Haar. Ihr Befinden zeigt sich an der Nasenspitze.

Angst schädigt die Niere, Diese nimmt wichtige Essenzen auf und ist Zuständig für Entwicklung und Reproduktion sowie für die Knochen. Ihr Zustand zeigt sich an den Ohren.

Erholsamer Schlaf ist Lebensnotwendig

Denn die Nacht ist heilig. Die dient der Regeneration wichtigster Organe wie Gallenblase, Leber und Lunge. Für deren Erholung ist grösstmögliche Entspannung Voraussetzung, als die Tiefschlafphase. Wer zwischen 21 und 22 Uhr entspannt ins Bett geht, schafft dafür die besten Voraussetzungen.

Natürlich ist diese wissenschaftliche Theorie nicht immer 1:1 umsetzbar, jeder Mensch hat einen anderen Rhythmus, es gibt heute Sommer- und Winterzeit und Einflüsse, die wir nicht steuern können. Es scheint wichtig, die Grundzüge einzuhalten, man spürt recht schnell, wie sich die körperliche und geistige Energie verändert.

Innere Uhr im Ayurveda

Auch im Ayurveda befasst man sich mit der inneren Uhr. Dieser geht sogar noch weiter, da er jeden Menschen individuell sieht und damit für unterschiedliche Konstitutionen unterschiedliche Energieströme verantwortlich macht, die diesen besonders beeinflussen können:

So sind beispielsweise leichte Luft-/Äther geprägte Konstitutionen (Vata) besonders anfällig für Stress und Störungen. Ihre Zeit ist Nachts zwischen 2 und 6 Uhr (und tagsüber 14 – 18 Uhr). Wachen Menschen oft zu dieser Zeit auf und liegen wach, kann dies ein Zeichen sein, dass zu viel Eigenschaften von Luft und Äther in ihnen wirken: Sie sind zu leicht, trocken, rau, zu beweglich.

Die innere Urh nach Ayurveda: Vata, Pitta, Kapha

Pitta: Feuer überwiegt. Menschen sind zielorientiert, strukturiert, haben eine schnelle Auffassungsgabe. Ist zuviel Feuer im Organismus leiden sie z.B. unter innerem Druck, Verspannung, Aggression, Einschlafstörungen

Vata: Luft und Äther/Raum überwiegt. Diese Menschen neigen dazu, viele Ideen zu haben, sind sehr kommunikativ und kreativ. Ist zuviel Luft im System (z.B. durch unregelmässigen Lebensstil, viel Comuterarbeit, Stress usw.) neigen sie dazu, sich zu verzetteln, geistige Unruhe, Sorgen und haben Durchschlafprobleme.

Kapha: Wasser und Erde überwiegt. Diese Menschen sind i.d.R. genügsam, liebevoll und haben lange Bindungen. Ist zuviel Erde und Wasser im System, neigen sie zu Schwerfälligkeit, Trägheit, Tagesschlaf, Anhaften.

Mehr über Ayurvedische Lehre und die Ayurvedische Konstitutionsanalyse und Ernährungsberatung.

Die innere Uhr in der Schulmedizin

Der Genfer Forscher Christopher Mueller entdeckte in der Leber von Ratten das wichtige Protein DBP, welches für Kontrollfunktionen im Organismus verantwortlich ist. Sein Nachfolger in Genf, Jérome Wuarin, setzte die Arbeit fort, konnte jedoch das Protein nicht finden, obgleich er Tag für Tag Proben entnahm.

Sein Chef, der emeritierte Professor für Molekularbiologie, Ueli Schibler überprüfte den Vorgang. Er stellte fest, dass es zwischen den zwei Forschen unterschiede gab: Mueller kam erst Nachmittags ins Labor und arbeitete bis spät. Wuarin hingegen kam jeden Morgen früh ins Labor.

Die Entdeckung war ein Durchbruch: Die Forscher konnten nachweisen, dass die Konzentration des Kontrollproteins DBP im Tagesverlauf stark schwankt. Am Morgen ist es nicht nachweisbar, nachmittags steigt der Wert stark an und erreicht etwa um 20.00 Uhr mehr als das hundertfache der kleinsten messbaren Konzentration. Es unterliegt somit einem 24-Stunden Rhythmus.

Es gibt mehrere 24 Stunden-Zyklen

Neben dem bekannten Schlaf-Wach-Rhythmus gibt es weitere Zyklen, die ungefähr 24 Stunden dauern. Es sind rund 20 Gene bekannt, die bestimmte Funktionen im Körper steuern.

Zum Beispiel sinkt der Pegel des Stresshormons Cortisol nachts ab und steigt am Morgen stark an (Stress erkennen). Auch der Blutdruck steigt frühmorgens stark an (und Herzinfarkte und Hirnschläge dann vermehrt auftreten). Die Leber baut Giftstoffe und Medikamente nicht zu jeder Tageszeit gleich effizient ab. Auch die Nieren produzieren nachts weniger Urin (um so das Durchschlafen zu ermöglichen). Hingegen verstärken sich Asthma-Symptome nachts. Bei vielen Patienten mit schweren Leberkrankheiten lässt sich beobachten, dass der Schlaf-Wach-Rhythmus gestört ist. Schlafstörungen

Die innere Organuhr in der Schulmedizin
Die Organuhr in der Schulmedizin, Quelle: Beobachter

Unsere innere Organuhr ist kein Mythos

Das erste Gen, welches die innere Uhr steuert, wurde in den 1980er Jahren bei Fruchtfliegen entdeckt. Die Chronobiologen Hall, Rosbash und Young bekamen dafür 2017 den Nobelpreis.

Mittlerweile weiss die Schulmedizin: Unsere „Hauptuhr“ sitzt im suprachiasmtischen Kern, ein Teil des Hypothalamus, also im Zwischenhirn. Dort wird unser innerer Rhythmus gesteuert. Über die Körpertemperatur, Impulse an das Nervensystem, Hormone und andere Botenstoffe. Der innere Rhythmus dauert im Schnitt 24,2 Stunden. Diese innere Uhr wird durch das Tageslicht, welches auf das Auge trifft, synchronisiert.

Wir haben eine Vielzahl von inneren Organuhren

Neben der Hauptuhr im Gehirn gibt es auch periphere innere Uhren in den Körperzellen. Sie werden zwar von der Hauptuhr synchronisiert, ticken aber auch unabhängig von ihr. So kann deshalb zum Beispiel die Leber weiter in ihrem Rhythmus arbeiten, auch wenn die Hauptuhr defekt ist.

Regelmässige Mahlzeiten sind wichtig

Im Labor konnte nachgewiesen werden, dass die innere Uhr von Leber, Nieren, Herz und Bauchspeicheldrüse bei Mäusen um genau 12 Stunden verschoben wird, wenn man die nachtaktiven Tiere regelmässig tagsüber füttert. Die Schlussfolgerung für uns Menschen: Für die peripheren inneren Uhren scheint die Nahrungsaufnahme der wichtigste Taktgeber zu sein.

Wenn wir unregelmässig oder mitten in der Nacht essen, kann das unsere innere Uhr durcheinander bringen. Eine Erkenntnis, welche die Ayurvedische Gesundheitslehre schon vor tausenden von Jahren detailliert beschrieb, wird so nun auch von der Wissenschaft bestätigt (laut Ayurveda wird dadurch das Vata Ordnungsprinzip stark erhört und gestört, welches für alle Bewegungsabläufe im Körper als auch Geist verantwortlich ist). Ayurveda bei Stress

Unser Immunsystem arbeite je nach Tageszeit unterschiedlich effizient

In über 100 klinischen Studien wurde untersucht, wie 70 Medikamente und Eingriffe zu verschiedenen Tageszeiten wirken. Drei Viertel der Studien ergaben, dass die Wirksamkeit auch vom Zeitpunkt der Behandlung abhängt (Quelle Fachmagazin Science). Die Schlussfolgerung: Die Zeit ist bei Krankheiten wie Krebs, Bluthochdruck, Asthma oder Arthritis ein zentraler Faktor!

Wunden verheilen zum Beispiel schneller, wenn man sich tagsüber verletzt. Impfungen schützen unterschiedlich stark je nach der Tageszeit, zu der sie verabreicht wurden. Wenn man in der Nacht nach der Impfung nicht schläft, ist die Immunisierung nur halb so stark. Die Zahl der Immunzellen im Blut ändert sich im Tagesverlauf sehr stark: Tagsüber gibt es mehr Zellen, die Viren unschädlich machen. Morgens hingegen nimmt die Zahl anderer Immunzellen ab, die noch keinen Kontakt mit dem Erreger hatten.

Schichtarbeit ist wahrscheinlich Krebserregend

Die internationale Agentur für Krebsforschung stuft nächtliche Schichtarbeit als wahrscheinlich krebserregend ein. Der Grund könnte auch daran liegen, dass viele Krebszellen keinen Rhythmus haben – oder einen anderen als gesunde Zellen. Wenn man bei einer gesunden Zelle die Uhren Gene ändert, ändern sie auch ihr Verhalten: Sie telt sich seltener oder häufiger. Forscher wie die molekulare Krebsforscherin Angela Relógio (Charité Berlin) gehen davon aus, dass die Zelle so eher Krebs entwickelt, final erwiesen ist es jedoch noch nicht, auch wenn die Hinweise stark sind.

Bei langjähriger Schichtarbeit kommt es zudem zu gehäuften Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Depressionen. „Selbst, wenn wir die Zusammenhänge noch nicht im Detail verstehen, ist es sinnvoll, unseren Rhythmus zu schützen“ sagt die Forscherin Relógio.

Die innere Uhr tickt nicht bei jedem Menschen gleich

Wenn es so offensichtlich ist, dass die Zeit die Wirkung von Medikamenten und Behandlungen beeinflusst, warum wird es nicht in der Praxis umgesetzt? Ein Grund dürfte darin liegen, dass die innere Uhr nicht bei jedem Menschen gleich tickt. Bekannt sind die Einteilungen nach Eulen und Lerchen, und viele Menschen befinden sich irgendwo dazwischen.

Und für die Pharmaindustrie ist das Einnehmen von Medikamenten nach dem inneren Rhythmus nicht interessant. „Die Chronotherapie ist für die Pharmaindustrie nicht wahnsinnig uninteressant.“ Sagt der Genfer Forscher Ueli Schibler. „Wenn man ein Medikament genau dann verbreicht, wenn am besten wirkt, braucht es weniger davon.“ Und natürlich werden die klinischen Studien um ein Vielfaches schwieriger und teurer um Wirkung und Nebenwirkung zu verschiedenen Tageszeiten nachweisen muss.

Zudem ist Chronobiologie in den meisten europäischen Ländern nicht Teil des medizinischen Lehrplans. Somit fliesst dieses Wissen kaum in die medizinische Praxis der Ärzte ein. Obwohl viele Forscher wie die Leberspezialistin und Professorin Sara Montagne der Meinung sind: „Fast täglich gibt es neue Hinweise darauf, das Störungen der inneren Uhr und unserer Rhythmen schwerwiegende medizinische Folgen haben.“

Einfach Massnahmen um die innere Uhr wieder ins Gleichgewicht zu bringen

Krankenhäuser experimentieren daher schon längere Zeit mit Licht, um den inneren Rhythmus der Patienten zu stärken und ihren Schlaf zu verbessern.

Sie setzen ihnen z.B. spezielle Brillen auf, die morgens intensives, mit Blau angereichertes Licht abgeben und Abends den blauen Anteil im Licht herausfiltern. Oder dass das Personal am Morgen die Jalousien hochzieht und nach dem Abendessen wieder herunterlässt. Auch wird schichtarbeitendes Personal Blut abgenommen, um die innere Uhr ablesen zu können und es werden zudem Fragen zu Schlafverhalten, Gesundheitszustand, Konzentrationsfähigkeit und Zufriedenheit gestellt. Um auf dieser Basis die Schichtpläne umzustellen, die dem Personal die Möglichkeit gibt, ihre Schicht möglichst nach ihrer inneren Uhr zu belegen.

„Es gibt zahlreiche Dinge, die wir tun können, um die Rhythmen der Menschen zu stärken, sagt die Professorin Sara Montagnese. „Das einzig wirklich Schwierige ist, die Leute davon zu überzeugen, dass das wirklich wichtig ist.“

Dieser Artikel basiert auf Beiträge der Sonderbeilage Health Ageing Forum Schweiz der Handelzeitung vom 26. Oktober 2017 und Beobachter vom 20. Dezember 2019