Warum Zähneknirschen und Stress oft zusammengehören

Nächtliches Zähneknirschen wird als Bruxismus bezeichnet. Auf der Suche nach Ursachen gelangt man automatisch zu einer Problematik, die tief in der Menschheitsgeschichte verwurzelt ist, fast wie ein Zahn. Es gibt nicht eine einzige Ursache für Bruxismus, sondern gleich eine ganze Menge. Allerdings gibt es eine Reihe von Symptomen und Anzeichen, die bei den meisten Menschen, die mit den Zähnen knirschen zum Tragen kommt. Daher lässt es sich meist doch zumindest etwas eingrenzen.

Zähneknirschen hat oft vielfältige Ursachen

Orthopädische Auslöser von Bruxismus

Eines ist klar: Gegen Bruxismus hilft eine Therapie mit einer Knirscher-Schiene. Wertvolle Informationen über die Behandlungen gibt es unter anderem bei bestsmile.com/bruxismus. Doch was die Therapie noch wertvoller macht ist, wenn die Ursachen schließlich doch erkannt werden. Nicht immer, aber manchmal, sind orthopädische Ursachen vorhanden. Mehr als 50 Prozent aller Deutschen gehen regelmäßig zum Zahnarzt, um Problemen vorzubeugen.

Hier wird jedoch vorwiegend nach Karies, Entzündungen im Mundraum und anderen klassischen Symptomen geschaut. Wenn die Kiefergelenke schmerzen, wird das oft gar nicht wahrgenommen. Dabei ist eine Störung der Kiefergelenke als Hauptauslöser von nächtlichem Zähneknirschen zu sehen. Doch was stört die Gelenke, wieso entzünden sie sich oder finden nicht mehr in die richtige Position?

Wenn Zähne aneinander reiben

Es wird davon ausgegangen, dass eine fehlende Okklusion (Zusammenbiss zwischen oberer und unterer Zahnreihe) die Entstehung von Bruxismus fördert. Auch wenn die beiden Zahnreihen gegeneinander reiben oder scheuern, weil zu wenig Platz für die Zähne vorhanden ist, wird das Knirschen begünstigt. Es entsteht ein verstärkter Muskeltonus, der sich auf das Kiefergelenk ausbreitet.

Gleichzeitig wird die Kaumuskulatur falsch oder zu stark belastet, was zu Schmerzen in der Wange führen kann. Stellen Sie sich vor, Sie belasten permanent ihr linkes Bein stärker als das rechte Bein. Welche Folgen hätte dies für ihre Beine? Das weniger belastete Bein würde an Muskelspannung und Muskulatur verlieren, während das überlastete Bein stärker in Mitleidenschaft gezogen wird. Dort käme es zu Verspannungen, Schmerzen und Überlastung. Genau das gleiche Phänomen passiert auch in Ihrem Kiefer. Die Schmerzen, die Sie im Kiefergelenk verspüren, entstehen durch die permanente Überbelastung beim Zähneknirschen.

Die Psyche als Auslöser von nächtlichem Zähneknirschen

Wenn es keinen orthopädischen Grund für das nächtliche Zähneknirschen gibt, ist möglicherweise eine psychogene Ursache vorhanden. Stress gilt als großer Indikator für Bruxismus und in der heutigen Gesellschaft ist chronischer Stress zu einer Volkskrankheit geworden. Seelische und geistige Anspannung, körperlicher Stress, all das belastet uns übermäßig und führt dazu, dass wir unbewusst mit den Zähnen knirschen.

Das muss übrigens nicht einmal nur nachts im Schlaf passieren. Unter Anspannung haben sich viele Menschen bereits dabei beobachtet, wie sie immer wieder reibend den Ober- und Unterkiefer aufeinanderpressen, um sich zu fokussieren, konzentrieren und anzuspannen.

Die Folgen entwickeln sich nicht unmittelbar. Der Bruxismus hat aber dauerhafte Folgen für die Zahngesundheit. Zunächst nutzen sich die Kauflächen ab, der Zahnschmelz wird angegriffen und es kann leichter zu Karies kommen. Doch dann wiederum sind auch die Kiefergelenke und Kaumuskeln in Gefahr. Ein durch die Psyche ausgelöster Bruxismus kann dazu führen, dass orthopädische Gründe hinzukommen und auch im Bereich der Kiefergelenke massive Probleme auftreten. Und daran erkennen Sie auch, dass es keine Möglichkeit gibt, den einen Auslöser des Bruxismus ausfindig zu machen.

Die Prothese als Auslöser

Zahnprobleme sind heute keine Seltenheit mehr, trotz medizinischer Versorgung. So wundert es natürlich auch nicht, dass immer mehr Zähne mit einer Prothese versorgt werden müssen. Werden solche Kronen, Brücken oder auch herausnehmbare Prothesen nicht ordnungsgemäß eingepflegt oder wird der Zusammenbiss von Ober- und Unterkiefer nicht auf den Millimeter genau geprüft, kann sich die Bisslage verändert. Erstaunlicherweise registriert das menschliche Kiefergelenk bereits Abweichungen von weniger als 0,01 mm.

Zahnschiene bei Zähneknirschen

Ein Augenmerk ist auch auf die Weisheitszähne zu legen, selbst wenn sie offensichtlich Platz im Ober- und Unterkiefer haben. Ein Röntgenbild kann anzeigen, wie es um die Wurzeln bestimmt ist. Sind diese nicht gerade im Kiefer verankert, sondern drücken gegen die Backenzähne, kann es zu Zahnwanderungen und Verschiebungen kommen. Dadurch verändert sich der Aufbiss, was nächtlichen Bruxismus zur Folge haben kann.

Die Sorgen nicht an den Zähnen auslassen

Sorgen, Stress und Ängste gehören nach wie vor zu den häufigsten Ursachen für Anspannung, Verspannung und auch Zähneknirschen. Doch Sie sollten Ihren Stress nicht an Ihren Zähnen auslassen, denn das kann weitreichende Folgen haben. Es gibt Abhilfe, beispielsweise durch eine Physiotherapie, eine Knirscherschiene und weitere Behandlungsoptionen. Auch kann es ergänzend helfen, ein Stress-Coaching in Anspruch zu nehmen.

Nehmen Sie Schmerzen im und um den Kiefer herum nicht einfach hin, sondern vertrauen Sie sich einem Experten an!