6. Dezember 2017

Burnout

Burnout ist eine Entwicklung, in deren Verlauf vielfältige Zustände, Beschwerden und weitere Symptome auftreten können. Es gibt verschiedene Modelle, die versuchen, Burnout und dessen Verlauf zu beschreiben.

Diese unterscheiden sich zum Teil erheblich, manche nennen vier, andere bis zu zwölf Phasen welche im Laufe einer Burnout-Erkrankung auftreten. Diese haben mit den international anerkannten Diagnosekriterien für psychische Leiden wenig gemeinsam.

Burnout verläuft in Phasen

Dennoch helfen die Phasenmodelle, das Phänomen Burnout zu beschreiben und analysieren. Denn trotz einzelner Unterschiede, weisen die Modelle auch viele Gemeinsamkeiten auf. Es lassen sich so allgemeingültige Muster einer Burnout-Erkrankung feststellen.

Burnout verläuft in Phasen

Stadien des Burnout

Folgende Auflistung bezieht sich auf die Forschung des Hamburger Psychologen Matthias Bursich, der aus zahlreichen Studien eine eigene Symptomatik entwickelt hat. Burnout entwickelt sich darin in sieben Phasen:

Der vom Burnout betroffene setzt sich zu Beginn in seinem Berufs- oder Privatleben besonders stark ein. Die Motive können variieren: Sei es Pflichtgefühl, Idealismus, Zielstrebigkeit oder Perfektionismus. Dabei muss er nicht einmal lange arbeiten, vielmehr sind die Tätigkeiten besonders kräftezehrend. Die Arbeit nimmt dermassen viel Raum im Leben ein, dass sie auch in der Freizeit sein Denken beherrscht. Dies verhindert die dringend benötigte Erholung, erste Anzeichen von Erschöpfung stellen sich ein.

Wenn Stress chronisch wird: Stressbewältigung

Dieses Nachlassen der Kräfte führt dazu, dass der Betroffene Widerwillen geben die Arbeit oder Aufgaben aufbaut. Die ursprüngliche Begeisterung wandelt sich in Überdruss. Er geht auf Distanz zu Menschen in seiner Umgebung und reduziert sein Engagement. Oft arbeitet er jetzt nur noch, um Geld zu verdienen und konzentriert seine verbliebene Energie auf die Freizeit.

Die Ernüchterung über diesen Wandel ist oft schmerzhaft und schlägt in Teils intensive Gefühle um. Der Betroffene reagiert oft gereizt oder verbittert und gibt oft anderen die Schuld an seiner Misere. Oder besichtigt sich selbst, sein Leben in eine „falsche“ Richtung gelenkt zu haben. Häufige Folgen: Aggressives Verhalten oder Gefühle wie Hilflosigkeit und Selbstmitleid.

Es häufen sich nun Flüchtigkeitsfehler, Konzentration- und Gedächtnisschwäche lassen sich beobachten. Komplexere Aufgaben misslingen oft, die Kreativität und Motivation schwindet weiter. Differenziertes Denken lässt nach, einfache Muster wie „gut versus böse“ oder „richtig versus falsch“ treten immer mehr auf.

Die emotionalen Reaktionen werden nun schwächer, der Betroffene zeigt für andere Menschen nur noch wenig Anteilnahme. Hobbys und andere Interessen werden immer mehr vernachlässigt. Es entsteht ein Teufelskreis: Durch den Rückzug gehen auch Freunde und Bekannte zunehmend auf Distanz. Die Folge: Einsamkeit und Sinnlosigkeit nehmen zu.

Der vom Burnout Betroffene leidet nun verstärkt unter körperlichen Symptomen. Häufig treten Infekte, Schlafstörungen, Kurzatmigkeit, Muskelverspannungen als auch Kopf- und Rückenschmerzen auf. Typische Stressreaktionen also. Eine weitere Folge ist der übermässige Konsum von Alkohol, Tabak oder Essen. Krankheitssymptome von chronischer Stressbelastung können im weiteren Verlauf Geschwüre in den Verdauungsorganen oder Herzkrankheiten sein.

Es stellt sich immer wieder ein Gefühl ein, dem Geschehen hilflos ausgeliefert zu sein. Dieses verdichtet sich nach und nach zu einem Zustand der dauerhaften Hoffnungslosigkeit: Das ganze Leben hat seinen Sinn verloren. Manche Betroffene sehen nur noch den Ausweg im Suizid. Somit hat der Burnout den Zustand einer klinischen schweren Depression erreicht.

Kein Burnout gleicht dem anderen

Diese Kategorien helfen den Verlauf eines Burnouts bei chronischem Stress besser zu erkennen. Diese müssen jedoch nicht zwingen streng chronologisch aufeinanderfolgend auftreten. Vom Burnout Betroffene durchlaufen teils die Phasen in anderer Reihenfolge, überspringe die eine oder andere oder die Zustände überlagern sich.

Depression als Folge eines Burnouts

Unterstützung bei Burnout suchen

Es ist daher wichtig, dass der Betroffene so früh wie möglich ärztlichen Rat einholt. Begleitend zur ärztlich begleiteten Betreuung eines Burnouts haben sich die Heilmethoden asiatischer Lebensphilosophien bewährt: Der Betroffene lernt so behutsam, seine eigenen oft tiefsitzenden und unbewussten Muster besser zu erkennen. Glaubenssätze wie „sei perfekt“, „sei beliebt“, Anerkennung durch Leistung usw. werden erkannt und viel wichtiger – auch nach und nach gelernt anzunehmen.

„Sei perfekt“ und „sei beliebt!“

Denn solange der vom Burnout betroffene im Widerstand ist und diese prägenden, oft unbewussten Glaubenssätze nicht anerkennt, wird er immer wieder in gleiche Verhaltensmuster „hineingezogen“. Die Folge: Konflikte, hohe Widerstände im Leben und das verzweifelte investieren von noch mehr Energie, um diese Glaubenssätze bestätigt zu bekommen.

Coaching, Workshops und Seminare zu den persönlichen Stressverstärkern

Umgang mit Stress Workshop Seminar

Lernen, sich selbst anzuerkennen und zu lieben

Was letztendlich ein hoffnungsloses Unterfangen ist: Anerkennung und Wertschätzung kommen nicht aus viel Arbeit und dem Versuch es allen recht machen zu wollen. Sondern letztendlich nur aus uns selbst heraus.

Zudem lernt der von chronischer Erschöpfung Betroffene, seinen Körper achtsamer wahrzunehmen, ebenso auch seine Gedanken und Gefühle. Die hilft als Frühwarnsystem, wenn er gegen seine Bedürfnisse lebt und wieder in alte Verhaltensmuster verfällt.

Ernährung ist wichtig beim Burnout

Er kann sich nun seiner Konstitution entsprechend ernähren und seine Lebensführung anpassen. Der Ayurveda hat schon vor tausenden Jahren Symptome der Auszehrung, Erschöpfung und Angst – welche heute als Burnout gelten – geschildert und konkrete Anweisungen hierzu gegeben.

Ayurveda bei Burnout

Ayurvedische Konstitutionsanalyse und Ernährungsberatung

Yoga und Meditation bei Erschöpfung und Burnout

Durch Atemübungen, Konzentrationsübungen und Meditation aus dem Yoga beruhigt der vom Burnout betroffene seinen Geist, schult seine Sinne und Sinneswahrnehmungen und erfährt Zustände des tiefen Friedens, der Ruhe und des „bei sich Ankommens“.

Mit Yoga zur Ruhe kommen und inneren Frieden finden

Auszeit vom Stress

Auch eine kurze Auszeit vom Stress kann helfen, zu reflektieren, zur Ruhe zu kommen und konkrete Ziele zur Änderung des Lebensstils zu machen. Schon eine kurze Auszeit im Kloster kann einen Grundstein für ein stressfreieres, erfüllteres und glücklicheres Leben legen.